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Salesforce Marketing Cloud: Grundlagen für Marketing-Teams

Einstieg in Salesforce Marketing Cloud und Pardot: Was Marketing Associates wissen müssen: von Kampagnen über Lead-Scoring bis zur Abstimmung mit dem Vertrieb.

· · 7 min Lesezeit
Salesforce Marketing Cloud: Grundlagen für Marketing-Teams
Marketing Cloud gibt Teams die Werkzeuge, um Kundenkommunikation gezielt und skalierbar zu gestalten.

Die Salesforce Marketing Cloud ist ein mächtiges Werkzeug – komplex, aber voller Potenzial. Als Marketing Associate müssen Sie die Grundlagen beherrschen, um Kampagnen effektiv zu steuern. Dieser Artikel erklärt die Kernbereiche praxisnah: Studios, Journey Builder, Datenmanagement, KI, Automatisierung, Compliance und Analytics. Genau das was Sie brauchen um als Marketing Associate durchzustarten.


Die Marketing Cloud Studios: Ihre kreativen und kommunikativen Werkzeuge

Die Studios sind der Ausgangspunkt Ihrer Arbeit. Sie bieten Ihnen alles, um Kunden gezielt anzusprechen – ob per Email, SMS oder kreativen Inhalten.

Email Studio: Personalisierte Email Kommunikation

Das Email Studio ist das Herzstück für digitale Dialoge. Hier erstellen Sie nicht nur Nachrichten, sondern machen sie persönlich und relevant. Der Schlüssel dazu ist AMPscript, eine Skriptsprache, die Daten in menschliche Sprache übersetzt. Schauen Sie sich dieses Beispiel an:

%%[
  VAR @firstName, @lastPurchase, @product
  SET @firstName = AttributeValue("FirstName")
  SET @lastPurchase = AttributeValue("LastPurchaseDate")
  SET @product = AttributeValue("LastProductPurchased")
]%%
Hallo %%firstName%%, dein %%product%%-Kauf am %%lastPurchase%% war eine gute Wahl! Lust auf passendes Zubehör?

Statt einem generischen „Hallo zusammen“ wird daraus: „Hallo Sarah, Ihr Wanderschuhe-Kauf am 15. Januar war eine gute Wahl! Lust auf passende Socken?“. Das fühlt sich an wie ein persönlicher Brief – und genau das wollen Kunden.

💡
Starten Sie mit einfachen Variablen wie @firstName. Testen Sie jede Email in einem Vorschaumodus, bevor Sie sie an Tausende schickst. Fehler in der Logik (z. B. fehlende Daten) können peinlich werden.

Content Builder: Ihre Werkstatt für Inhalte

Der Content Builder ist wie ein modularer Baukasten. Sie erstellen Inhalte, die flexibel und wiederverwendbar sind:

  • Wiederverwendbare Vorlagen: Bauen Sie eine Basis-Email mit Header, Footer und Platzhaltern für Inhalte. Beispiel: Ein Newsletter mit festem Branding, den Sie monatlich mit neuen Angeboten füllst. Das spart Stunden.
  • Dynamische Inhaltsblöcke: Diese passen sich an den Empfänger an. Für einen Kunden in München zeigt ein Block Winterjacken, für jemanden in Hawaii Surfboards – basierend auf Standortdaten. Sie definieren Regeln (z. B. „IF Region = Bayern THEN show Winter“), und die Cloud erledigt den Rest.
  • Responsive Designs: Emails skalieren automatisch – ob auf einem 5-Zoll-Handy oder einem 27-Zoll-Monitor.
💡
Erstellen Sie eine Standardvorlage mit drei Blöcken (Intro, Angebot, Abschluss). Überprüfe die Darstellung mit Tools wie Litmus oder direkt auf Ihrem Smartphone, bevor Sie live gehen.

Mobile Studio: SMS gezielt einsetzen

SMS-Marketing ist direkt und schnell, aber es braucht Köpfchen:

  • Short Codes vs. Long Codes: Ein Short Code (z. B. 12345) wirkt professionell und ist leicht merkfähig – ideal für Marken. Long Codes (z. B. +49123456789) sind günstiger und flexibler, wirken aber weniger seriös.
  • Opt-in Management: Jeder Empfänger muss zustimmen – das ist rechtlich Pflicht (DSGVO). Richte einen Prozess ein: „Antworte mit JA, um Angebote zu erhalten“. Speichern Sie diese Zustimmungen in einer Data Extension.
  • Timing-Optimierung: Sende nicht um 3 Uhr morgens. Analysieren Sie, wann Ihre Zielgruppe aktiv ist (z. B. mittags für Berufstätige).
💡
Beginnen Sie mit einer Testgruppe von 50 Kontakten. Prüfen Sie Rückmeldungen und Zustellraten, bevor Sie die Kampagne ausrollst

Journey Builder: Kundenreisen präzise gestalten

Journey Builder ist Ihr Werkzeug, um Kunden durch den Marketingprozess zu führen – vom ersten Kontakt bis zum Kauf und darüber hinaus.

Entry Sources: Der Startpunkt jeder Reise

Hier legen Sie fest, wer in eine Journey einsteigt

  • Data Extensions: Wenn sich Daten ändern (z. B. ein neuer Kauf), startet die Journey. Beispiel: Jemand kauft ein Produkt – 3 Tage später kommt eine Dankesmail.
  • API Events: Reagieren auf Echtzeit-Aktionen. Ein Warenkorbabbruch triggert eine Reminder-Mail: „Hast Sie etwas vergessen?“.
  • Salesforce Objects: Synchronisieren mit dem CRM. Wenn ein Lead zum Kunden wird, startet eine Willkommens-Journey automatisch.
💡
Definieren Sie klare Eintrittsregeln (z. B. „Kauf > 50 €“), um irrelevante Kontakte auszuschließen.

Aktivitäten: Den Weg formen

  • Engagement Splits: Teilen die Journey basierend auf Verhalten. Beispiel: „Hat die letzte Mail geöffnet?“ – Ja führt zu einem Angebot, Nein zu einer Erinnerung. Analysieren Sie Klicks (z. B. auf einen Produktlink) oder Zeit („Wartet 2 Tage, dann prüfen“).
  • Wait Activities:
    • Fixed Date: Alle bekommen eine Nachricht am selben Tag – perfekt für Events wie „Black Friday am 29. November“.
    • Relative Time: Individuell getimt. „3 Tage nach Anmeldung“ respektiert den Rhythmus jedes Kunden.
  • Einstein STO: KI optimiert den Versandzeitpunkt. Sarah öffnet um 8 Uhr morgens, Michael um 23 Uhr – beide bekommen die Mail genau dann.
💡
Bauen Sie Exit-Kriterien ein (z. B. „Kunde hat gekauft“), damit niemand unnötig weiterläuft. Testen Sie die Journey mit einem kleinen Sample, bevor Sie skalieren.

Datenmanagement: Die Grundlage für alles

Daten sind das Fundament jeder Kampagne. Ohne Ordnung keine Wirkung.Data Extensions: Ihre digitale Datenbank

  • Sendable Data Extensions: Das ist Ihr Adressbuch. Pflichtfelder sind der Subscriber Key (eindeutige ID wie eine digitale Steuernummer) und die Email-Adresse. Zusatzfelder wie „Vorname“, „Letzter Kauf“ oder „Hobbys“ machen Kommunikation persönlich. Beispiel: Eine Tabelle mit „SubscriberKey: 12345, Email: [email protected], Vorname: Sarah“.
  • Non-Sendable Data Extensions: Ihr Nachschlagewerk. Speichern Sie hier Produktdaten (z. B. „Artikelnummer, Preis“), Transaktionen („Kaufdatum, Wert“) oder Referenzen („Postleitzahl, Region“). Diese Tabellen unterstützen, ohne direkt versendet zu werden.
💡
Halten Sie Felder schlank – zu viele Spalten verlangsamen Abfragen. Prüfen Sie monatlich auf veraltete Daten.

Datenbeziehungen: Verknüpfungen schaffen

  • Primary Keys: Eindeutige Identifikatoren – z. B. Subscriber Key in der Sendable Extension.
  • Foreign Keys: Verbinden Tabellen. Beispiel: „CustomerID“ in der Kauf-Tabelle verknüpft mit „SubscriberKey“ in der Kontakttabelle.
  • Indizes: Beschleunigen Suchen. Wenn Sie oft nach „Kaufdatum“ filtern, setzen Sie einen Index darauf.
💡
Praxis-Tipp: Zeichne Ihnen ein Diagramm (z. B. mit Visio), um Beziehungen zu verstehen, bevor Sie sie einrichtest.

Contact Builder: Daten organisieren

  • Attribute Groups: Bündele Daten logisch. Beispiel: Eine Gruppe „Demografie“ (Alter, Geschlecht), eine „Verhalten“ (Klicks, Öffnungen).
  • Data Designer: Visualisiert Verknüpfungen. Das Contact Model definiert Zielgruppen (z. B. „alle Käufer“), Attribute Sets ordnen Details wie „Produktpräferenzen“.
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Starten Sie mit 2-3 Gruppen. Überlade das System nicht – mehr als 5 wird unübersichtlich.

Automatisierung und KI: Arbeit abnehmen lassen

Die Marketing Cloud glänzt durch Automatisierung und KI – wenn Sie sie richtig einsetzt.

  • Send Time Optimization (STO): Analysiert historische Daten (z. B. Öffnungszeiten der letzten 6 Monate), erstellt Zeitprofile und plant den Versand. Beispiel: Sarahs Profil zeigt 8-9 Uhr als Spitze, Michaels 22-23 Uhr. Das erhöht Öffnungsraten um bis zu 20 %.
  • Engagement Scoring:
  • Open Probability: Prozentsatz, wie wahrscheinlich jemand öffnet (z. B. 80 %).
  • Click Probability: Chance auf Klicks (z. B. 50 % bei aktiven Nutzern).
  • Unsubscribe Probability: Warnt vor Abmeldungen (z. B. >30 % = vorsichtig sein).
💡
Nutzen Sie Scores für Segmente: „High Open“ für Top-Kunden, „Low Engagement“ für Reaktivierungskampagnen.

Automation Studio: Prozesse straffen

  • Import Activities: File Transfers ziehen Daten aus FTP-Servern, Updates synchronisieren Tabellen automatisch. Beispiel: Täglicher Abgleich von Neukunden.
  • Script Activities: AMPscript für Emails (siehe oben), Server-Side JavaScript (SSJS) für komplexere Logik – z. B. Datenbereinigung.
💡
Automatisieren Sie einfache Imports zuerst (z. B. tägliche CSV-Dateien), bevor Sie SQL oder SSJS angehst.

SQL Query Activities: Graben gezielt Daten aus. Beispiel: sql

SELECT s.SubscriberKey, s.EmailAddress, o.OrderValue, o.OrderDate
FROM Subscribers s
JOIN Orders o ON s.SubscriberKey = o.CustomerID
WHERE o.OrderDate > DATEADD(day, -30, GETDATE())
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Das findet alle Käufer der letzten 30 Tage – ideal für Follow-ups. Testen Sie Queries erst in einem separaten Tool (z. B. SQL Server), bevor Sie sie laden.

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7 Punkte, die Sie vor jeder CRM-Entscheidung prüfen sollten. Kompakt, praxisnah, sofort anwendbar.

Kein Spam. Jederzeit abmeldbar.

Compliance und Datenschutz: Rechtlich abgesichert

Marketing ohne Datenschutz ist ein Minenfeld – besonders in Europa und mit der DSGVO.

  • Double Opt-in: Kunden melden sich an (z. B. per Formular) und bestätigen per Link. Speichern Sie Datum und IP in einer Data Extension.
  • Preference Center: Lassen Sie Kunden wählen – „Nur Newsletter“, „Alle Angebote“. Bauen Sie es im Content Builder.
  • Datenlöschung: Richte Routinen ein – z. B. „Lösche inaktive Kontakte nach 24 Monaten“. Exportiere vorher für Audits.
  • Email-Authentication: SPF, DKIM, DMARC schützen vor Spam-Verdacht. Beispiel SPF: v=spf1 include:_spf.salesforce.com ~all.
💡
Dokumentieren Sie alles – Einwilligungen, Löschungen, Audits. IT muss die technischen Einstellungen prüfen.

Analytics Builder: Erfolg messen und optimieren

Daten sammeln ist einfach – sie zu nutzen ist die Kunst.

  • Custom Reports: Tracke KPIs wie Öffnungsraten oder Umsatz pro Kampagne. Beispiel: „Newsletter Januar: 25 % Öffnung, 5 % Klicks“.
  • Dashboards: Zeigen Echtzeit-Daten – z. B. „Live: 300 Öffnungen heute“. Passen Sie sie an Ihre Ziele an (z. B. Conversions).
  • Journey Analytics: Wo steigen Kunden aus? Beispiel: 50 % Drop-off nach der ersten Mail – Zeit für eine bessere Betreffzeile.
💡
Führe A/B-Tests durch – z. B. „Betreff A: Spar 20 %“ vs. „Betreff B: Ihr Rabatt wartet“. Analysieren Sie die Gewinner.

Integration: Die Marketing Cloud verbinden

APIs machen das System flexibel und mächtig. Die beiden wichtigsten in der Salesforce Welt: Die SOAP API und die REST API.

SOAP API: Für größere Datenmengen. Beispiel: xml

<s:Envelope xmlns:s="http://www.w3.org/2003/05/soap-envelope">
  <s:Body>
    <RetrieveRequest>
      <ObjectType>DataExtensionObject[Customers]</ObjectType>
    </RetrieveRequest>
  </s:Body>
</s:Envelope>

REST API: Einfache Abfragen, z. B.

GET /rest/v1/contacts/key:12345
Authorization: Bearer YOUR_ACCESS_TOKEN

Holt Daten eines Kontakts – ideal für Echtzeit-Updates.

💡
Nutzen Sie REST für einfache Tasks, SOAP nur bei Massendaten.

Ihr Fahrplan als Marketing Associate

  1. Studios verstehen: Email Studio für Dialoge, Content Builder für Inhalte, Mobile Studio für SMS.
  2. Journeys gestalten: Klare Einstiegspunkte und Aktivitäten definieren – mit Einstein-Unterstützung.
  3. Daten managen: Data Extensions sauber halten, Beziehungen logisch aufbauen.
  4. KI einbinden: STO und Scoring für bessere Ergebnisse nutzen – mit Testläufen starten.
  5. Automatisierung lernen: SQL für Abfragen, Imports für Datenfluss – Schritt für Schritt.
  6. Compliance sichern: DSGVO einhalten, Prozesse dokumentieren.
  7. Analytics nutzen: Reports und Dashboards regelmäßig prüfen, Kampagnen anpassen.

Häufige Fragen

Wann lohnt sich Marketing Cloud im Vergleich zu einfacheren Tools?

Marketing Cloud rechnet sich ab einer gewissen Kontaktbasis und Kampagnenkomplexität, typischerweise ab 10.000 Kontakten und mehreren parallelen Journeys. Für kleinere Teams sind einfachere Tools oft effizienter.

Was ist der Unterschied zwischen Marketing Cloud und Pardot?

Pardot, heute Marketing Cloud Account Engagement, ist auf B2B-Lead-Nurturing ausgerichtet. Marketing Cloud deckt breitere B2C-Szenarien ab und ist für große Datemengen und komplexe Customer Journeys konzipiert.

Wie lange dauert eine typische Marketing Cloud Implementierung?

Eine Basisimplementierung mit einem Journey und grundlegender Integration dauert vier bis acht Wochen. Komplexere Setups mit mehreren Business Units und Datenintegrationen können drei bis sechs Monate in Anspruch nehmen.

Welche technischen Vorkenntnisse braucht man für Marketing Cloud?

Für das Tagesgeschäft reichen Marketing-Kenntnisse und ein Verständnis für Datenstrukturen. Für fortgeschrittene Funktionen wie AMPscript oder SQL-Abfragen in Data Extensions ist technisches Know-how hilfreich.

Weiterführende Ressourcen


Sie planen die Einführung der Marketing Cloud oder wollen Ihre bestehende Instanz auf das nächste Level bringen? Ich unterstütze Sie bei der Konzeption Ihrer Kampagnen-Architektur, dem Setup von Journeys und Automations sowie den DACH-spezifischen Anforderungen rund um Datenschutz und Opt-in-Management.

Gerade im deutschsprachigen Raum gibt es bei der Marketing Cloud viele Stolpersteine, die sich mit der richtigen Beratung von Anfang an vermeiden lassen.

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