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Salesforce mehrsprachig einrichten: Translation Workbench erklärt

Salesforce Translation Workbench, Sprach-Packs und lokale Labels: So setzen Sie eine mehrsprachige Salesforce-Instanz auf: ohne Chaos im Release-Management.

· · 5 min Lesezeit
Salesforce mehrsprachig einrichten: Translation Workbench erklärt
Mit dem Translation Workbench sprechen alle Nutzer dieselbe CRM-Sprache — egal in welchem Land.

Salesforce ist eine der führenden CRM-Plattformen weltweit und wird in Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Regionen eingesetzt. Da viele Organisationen international tätig sind, ist die Anpassung der Benutzeroberfläche an verschiedene Sprachen ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Doch wie funktioniert das mit den Übersetzungen in Salesforce? In diesem Artikel erkläre ich Ihnen alles, was Sie wissen müssen – von den grundlegenden Tools bis hin zu Best Practices und Lösungen für häufige Probleme.

Warum Übersetzungen in Salesforce wichtig sind

Eine mehrsprachige Benutzeroberfläche erleichtert nicht nur die Arbeit von internationalen Teams, sondern steigert auch die Akzeptanz und Effizienz der Plattform. Stellen Sie sich vor, ein deutscher Vertriebsmitarbeiter arbeitet mit englischen Begriffen wie „Opportunity“ oder „Lead“, während ein französischer Kollege dieselben Begriffe auf Französisch sehen möchte. Salesforce bietet hierfür flexible Möglichkeiten, um die Plattform an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen. Doch die Umsetzung erfordert ein gutes Verständnis der verfügbaren Werkzeuge und deren Einsatzmöglichkeiten.

Die drei Hauptmethoden für Salesforce Übersetzungen

Salesforce bietet verschiedene Ansätze, um Inhalte zu übersetzen. Jede Methode hat ihren spezifischen Anwendungsbereich. Im Folgenden stelle ich Ihnen die wichtigsten vor: Rename Tabs and Labels, Custom Labels und die Translation Workbench.

Rename Tabs and Labels: Tabs und Objekte übersetzen

Für die Übersetzung von Standard- und benutzerdefinierten Objekten sowie deren Tabs ist „Rename Tabs and Labels“ das richtige Werkzeug. Sie finden es im Setup unter User Interface > Rename Tabs and Labels. Hier können Sie beispielsweise den Tab-Namen „Accounts“ in „Konten“ (Deutsch) oder „Comptes“ (Französisch) ändern.

Tipps aus der Praxis: Arbeiten Sie mit einem klaren Namensschema, das für alle Sprachen einheitlich ist. Das erleichtert spätere Anpassungen. Testen Sie Änderungen immer in einer Sandbox, da sie systemweit wirken.

Häufiges Problem: Die Änderungen werden nicht sofort sichtbar. Überprüfen Sie die Spracheinstellungen des Benutzers (unter „My Settings“ oder „User Record“) und leeren Sie den Cache, falls nötig. Im Chrome Browser geht das am einfachsten mit Rechtsklick > Untersuchen. So öffnen Sie den Entwicklermodus. Jetzt können sie mit einem Rechtsklick auf den Refresh-Button des Browsers wählen, dass der Cache für die aktuelle Seite geleert werden soll und die Seite neu geladen wird. Sollte das nicht helfen, ist manchmal ein Abmelden und erneutes Anmelden in Salesforce die Lösung.

Custom Labels: Flexibilität für spezifische Bereiche

Für spezifische Texte, wie etwa Related Lists oder Buttons in Lightning Record Pages, sind Custom Labels ideal. Sie erstellen diese im Setup unter Custom Labels und können sie dann in verschiedenen Sprachen pflegen. Der Zugriff erfolgt über die Syntax {!$Label.LABELNAME} – zum Beispiel {!$Label.ContactList} für eine übersetzte Kontaktliste.

Best Practices: Nutzen Sie sprechende Namen für Ihre Labels, z. B. „RelatedList_Contacts“ statt „Label1“. Dokumentieren Sie alle verwendeten Custom Labels in einer externen Tabelle, inklusive ihrer Übersetzungen und Einsatzorte. Das erleichtert die Wartung.

Häufiges Problem: Die Übersetzung wird in der UI nicht angezeigt.
Lösung: Stellen Sie sicher, dass die Translation Workbench die Sprache unterstützt und aktiviert ist (siehe nächster Abschnitt). Prüfen Sie außerdem, ob der Label-Name korrekt in der Komponente eingebunden ist.

Translation Workbench: Der Allrounder

Die Translation Workbench ist das Herzstück der Übersetzungen in Salesforce. Sie finden sie im Setup unter Translation Workbench > Translate. Hier können Sie nahezu alles übersetzen, was nicht über Rename Tabs and Labels oder Custom Labels abgedeckt ist – von Feldnamen über Picklist-Werte bis hin zu Fehlermeldungen.

So aktivieren Sie die Translation Workbench:

  1. Gehen Sie zu Translation Workbench > Translation Settings.
  2. Fügen Sie die benötigten Sprachen hinzu (z. B. Deutsch, Französisch).
  3. Weisen Sie Übersetzern Rollen zu, falls mehrere Personen daran arbeiten sollen.

Praxistipps:

  • Exportieren Sie regelmäßig die Übersetzungsdateien (als .stf-Datei), um ein Backup zu haben und Änderungen extern zu überprüfen.
  • Nutzen Sie die „Quick Find“-Funktion in der Workbench, um gezielt nach bestimmten Begriffen zu suchen.

Häufiges Problem: Picklist-Werte werden nicht übersetzt. Übersetzen Sie diese explizit in der Translation Workbench unter „Picklist Values“. Beachten Sie, dass globale Picklists separat gepflegt werden müssen.

Kombination der Übersetzungs-Methoden in der Praxis

In einem realen Szenario nutzen Sie oft alle drei Methoden parallel. Ein Beispiel: Sie betreuen ein internationales Vertriebsteam. Die Objekte wie „Opportunity“ werden über Rename Tabs and Labels in „Chancen“ (Deutsch) übersetzt. Eine benutzerdefinierte Related List „Verwandte Kontakte“ wird mit einem Custom Label erstellt und in der Translation Workbench übersetzt. Schließlich passen Sie spezifische Feldnamen wie „Betrag“ oder „Status“ über die Workbench an.

💡
Planen Sie die Übersetzungen im Voraus und stimmen Sie sich mit den Stakeholdern ab, welche Begriffe in welcher Sprache verwendet werden sollen. Ein Glossar mit genehmigten Übersetzungen spart später viel Zeit.

Best Practices für eine saubere Umsetzung

Damit Ihre Übersetzungen reibungslos funktionieren, sollten Sie einige Grundsätze beachten:

  • Konsistenz wahren: Verwenden Sie einheitliche Begriffe, z. B. „Kunde“ statt mal „Kunde“ und mal „Klient“.
  • Testen nicht vergessen: Nach jeder Änderung sollten Sie die Oberfläche in den betroffenen Sprachen prüfen – idealerweise mit echten Endnutzern.
  • Performance im Blick: Zu viele Custom Labels können die Ladezeit von Seiten beeinträchtigen. Setzen Sie sie daher gezielt ein.
  • Rollen und Rechte: Legen Sie fest, wer Übersetzungen bearbeiten darf, um ungewollte Änderungen zu vermeiden.

Häufige Stolpersteine und ihre Lösungen

Übersetzungen klingen einfach, doch in der Praxis treten oft Probleme auf. Hier die häufigsten und wie Sie sie lösen:

  • Sprache wird nicht übernommen
    Prüfen Sie die Benutzereinstellungen unter „Language“. Stellen Sie sicher, dass die Sprache in der Translation Workbench aktiviert ist.
  • Übersetzungen fehlen teilweise
    Kontrollieren Sie, ob alle Bereiche (Tabs, Labels, Workbench) abgedeckt sind. Importieren Sie ggf. fehlende Übersetzungen über eine .stf-Datei.
  • Technische Einschränkungen
    Manche Standardtexte (z. B. Buttons wie „Save“) können nicht übersetzt werden. Hier hilft oft nur eine Anpassung über Custom Labels oder Lightning Components.

Tools und Erweiterungen

Neben den eingebauten Funktionen gibt es auch externe Tools, die den Prozess erleichtern können:

  • Salesforce AppExchange: Apps wie „Translation Studio“ oder „Lingotek“ bieten erweiterte Funktionen für größere Projekte.
  • Excel oder Google Sheets: Für die Vorarbeit und Dokumentation von Übersetzungen unschlagbar.
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Wenn Sie mit großen Übersetzungsvolumen arbeiten, ziehen Sie eine Integration mit einem Translation Management System (TMS) in Betracht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Language Settings und Translation Workbench?

Language Settings steuern die Sprache der Benutzeroberfläche für einzelne Nutzer. Die Translation Workbench ermöglicht darüber hinaus die Übersetzung von benutzerdefinierten Feldern, Picklist-Werten und Labels.

Welche Sprachen unterstützt Salesforce in der Translation Workbench?

Salesforce unterstützt über 30 Sprachen vollständig, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Japanisch. Einige Sprachen sind als "End User Languages" mit eingeschränktem Support verfügbar.

Wie aufwendig ist die initiale Einrichtung für drei Sprachen?

Bei einer bestehenden Org mit vielen Custom Fields und Picklists rechnen Sie mit ein bis drei Tagen reiner Übersetzungsarbeit. Die technische Einrichtung selbst dauert unter einer Stunde.

Werden automatische Übersetzungen per API unterstützt?

Salesforce bietet keine native KI-Übersetzung. Sie können Übersetzungen aber als CSV exportieren, maschinell vorübersetzen und dann wieder importieren, was den Aufwand erheblich reduziert.


Die Übersetzung Ihrer Salesforce-Instanz ist kein Hexenwerk, erfordert aber eine klare Struktur und etwas Planung. Mit Rename Tabs and Labels, Custom Labels und der Translation Workbench haben Sie alles an der Hand, um die Plattform an die Bedürfnisse Ihrer internationalen Teams anzupassen. Wichtig ist, dass Sie die Tools gezielt einsetzen, konsistent bleiben und regelmäßig testen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Nutzer – egal in welcher Sprache – effizient und gerne mit Salesforce arbeiten.

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Unterstützung bei einem konkreten Übersetzungsprojekt? Kontaktieren Sie mich gerne – ich helfe Ihnen, Ihre Salesforce-Umgebung fit für die Welt zu machen!

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